Die Transit-Methode ist das erfolgreichste Verfahren zur Entdeckung von Exoplaneten. Wenn ein Planet vor seinem Stern vorbeizieht, schwaecht er dessen Licht um einen messbaren Betrag ab - die sogenannte Lichtkurve zeigt diesen Einbruch.
Einzelplanet
Sternsystem
Doppelstern
Allgemein
Orbitparameter
Inklination (i)
Neigung der Planetenbahn zur Sichtlinie in Grad. Bei i = 90 Grad liegt der Planet exakt auf der Verbindungslinie Beobachter-Stern. Je kleiner i, desto kuerzer der Transit - unter einer Mindestinklination findet gar kein Transit statt (Impact-Parameter b > 1).
Abstand a/R*
Orbitradius in Einheiten des Sternradius. Beeinflusst die Transitdauer (weiter weg = kuerzerer Transit relativ zur Periode) und die Staerke der Phasenkurve.
Planetenparameter
Radius Rp/R*
Planetenradius relativ zum Sternradius. Die Transit-Tiefe ist direkt proportional zum Flaechenverhaeltnis: Delta F ~= (Rp/R*)^2. Ein Planet mit 10% Sternradius erzeugt 1% Helligkeitsabfall.
Albedo
Rückstrahlvermögen (0 = absolut schwarz, 1 = perfekter Spiegel). Hohe Albedo erzeugt vor dem Transit einen schwachen Helligkeitsbuckel (reflektierte Phasenkurve) und während der Sekundärbedeckung ein Mini-Minimum.
Kenngroessen
Transit-Tiefe
Maximaler Fluxabfall in Prozent. Entspricht (Rp/R*)^2.
Impact-Param. b
Minimaler Abstand des Planetenmittelpunkts vom Sternmittelpunkt in Sternradien. b = 0: zentraler Transit. b < 1: Transit findet statt. b > 1: kein Transit.
Mehrplanetensysteme
TRAPPIST-1
Sieben felsige Planeten um einen ultrakühlen M-Zwergstern, 39 Lichtjahre entfernt. Alle wurden durch Transits entdeckt. Planeten e, f und g liegen in der habitablen Zone.
Kepler-11
Sechs Planeten in sehr engen Orbits - alle dichter am Stern als die Venus. 2010 als erstes bekanntes Sechs-Planeten-System entdeckt.
Sonnensystem
Wie wuerde unser System von aussen aussehen? Alle inneren Planeten auf maximale Transitinklination (90 Grad). Man sieht: Merkur transitet haeufig, Mars sehr selten.
Zeitfenster
Zeitfenster
Dargestellter Zeitraum der Lichtkurve in Tagen. Durch Vergroessern des Fensters werden Transits von weiter aussen liegenden Planeten mit laengerer Periode sichtbar.
Typen
Algol (EA)
Bedeckungsveraenderlicher Typ Algol - getrenntes System. Flache Phasen zwischen den Minima. Primaeres Minimum tiefer (heller Stern wird bedeckt).
W UMa (EW)
Kontaktsystem - beide Sterne beruehren sich und teilen eine gemeinsame Huelle. Kontinuierliche Helligkeitsvariation, beide Minima fast gleich tief.
Beta Lyrae (EB)
Halbgetrenntes System mit Massentransfer. Unregelmaessige Lichtkurve, kein echtes Maximum.
Parameter
R2/R1
Radius des Sekundaersterns relativ zum Primaerstern. Beeinflusst die Tiefe beider Minima und die Transitdauer.
L2/L1
Flaechenhelligkeit des Sekundaersterns. Bei 1.0 gleich hell -> gleich tiefe Minima. Bei kleinen Werten (z.B. Algol: 0.017) ist das sekundaere Minimum kaum sichtbar.
Prim. / Sek. Min.
Tiefe des primären (Sekundärstern bedeckt Primärstern) und sekundären Minimums (umgekehrt) in Prozent des Gesamtlichts.
Lichtkurve
X-Achse
Orbitphase (0-360 Grad) beim Einzel- und Doppelstern-Modus. Zeitachse in Tagen im Mehrplaneten-Modus.
Y-Achse
Normierter Flux (1.0 = volle Helligkeit). Werte unter 1.0 zeigen Bedeckungen, Werte über 1.0 reflektiertes Planetenlicht.
Weisser Punkt
Aktuelle Position in der Lichtkurve. Durch Klicken/Ziehen in der Lichtkurve kann die Phase direkt eingestellt werden.
Gestrichelte Linie
Referenzlinie bei Flux = 1.0 (unbedeckter Stern).
Visualisierung
3D-Ansicht
Zeigt das System aus Beobachterperspektive. Die gestrichelte Ellipse ist die projizierte Bahn. Der grüne Badge leuchtet auf, wenn ein Transit/eine Bedeckung aktiv ist.
Geschwindigkeit
0.5x bis 5x beschleunigt oder verlangsamt die Animation. Nuetzlich um schnelle Transitevents zu beobachten oder ruhig zu studieren.